Wintertraining in der Haake – was für ein Spaß

Südlich von Hamburg, im wunderschönen Waldgebiet Haake, zeigte sich der Winter von seiner ehrgeizigsten Seite – und wir mittendrin. Statt Straßenschluchten, Parkhäusern und urbaner Sprinthektik hieß es endlich wieder: echter Wald, echtes Gelände, echte Höhenmeter. Orientierungslauf in seiner ursprünglichsten Form.

Schon bei Ankunft am Start war klar: Das wird kein Sonntagsspaziergang. Dauerregen prasselte zuverlässig wie ein schlecht gelaunter Trainer auf uns herab. Der Boden? Eine Mischung aus Matsch, Laub und „Hier stand vor fünf Minuten noch fester Untergrund“. Doch genau das machte den Reiz aus. Endlich wieder Kompassarbeit zwischen knorrigen Buchen, feine Höhenlinien lesen statt Hausecken zählen, Routenwahl durch Dickicht und über Kuppen – so, wie es sein soll.

Die Bahnen hatten es in sich. Anspruchsvoll gelegt, mit kniffligen Postenstandorten, die präzises Orientieren verlangten. Wer hier nur grob die Richtung kannte, landete zuverlässig im nächsten Graben. Dazu kamen die Höhenmeter – und davon nicht zu knapp. Jeder vermeintlich clevere Querfeldein-Shortcut entpuppte sich entweder als senkrechte Böschung oder als energiezehrender Umweg. Spätestens nach dem dritten „Das sieht auf der Karte aber flacher aus“ war klar: Die Haake verhandelt keine Rabatte. Und Eis auf den Wegen erschwerte auch die Routen, um Höhenmeter links liegen zu lassen.

Und dennoch – oder gerade deshalb – war die Stimmung bestens. Endlich wieder Waldtraining! Endlich wieder das Gefühl, sich die Posten wirklich zu erarbeiten. Zwischen tropfenden Ästen und beschlagenen Brillen wurde gerechnet, gezweifelt, korrigiert – und manchmal auch herzlich gelacht, wenn man sich nach einer kreativen Routenwahl plötzlich von unten an denselben Hang herankämpfte, den man eigentlich elegant umgehen wollte.

Die Laufzeiten? Nun ja. Sagen wir so: Die Bahnen waren länger als gedacht. Oder wir waren langsamer als geplant. Vermutlich eine Kombination aus ambitionierter Routenwahl, intensivem Höhenmeter-Sammeln und der ehrlichen Winterkondition. Aber genau das macht solch ein Training wertvoll – es zeigt schonungslos, wo man steht, und motiviert gleichzeitig, stärker zurückzukommen.

Ein kleiner Wermutstropfen blieb dennoch: Vier Posten sind bereits am Parkplatz verschwunden – noch bevor sie überhaupt im Wald aufgehängt werden konnten. Das ist natürlich sehr schade, denn hinter jedem Posten steckt Vorbereitung, Planung und ehrenamtliches Engagement. Sollte jemand die Kontrollposten versehentlich eingepackt oder aufgefunden haben, würden wir uns als OSC Hamburg sehr freuen, wenn sie wieder zu uns zurückfinden. Ehrliche Finderinnen und Finder können sich jederzeit gern bei uns melden – auch sachdienliche Hinweise nehmen wir dankbar entgegen.

Am Ende waren alle durchnässt, müde und um einige Höhenmeter reicher – aber auch zufrieden. Es war anstrengend, fordernd, manchmal chaotisch und definitiv kein Spaziergang. Doch es war wunderschön. Ein echtes Waldtraining, das uns wieder einmal gezeigt hat, warum wir diesen Sport lieben: Natur, Herausforderung, Teamgeist – und das gute Gefühl, seinen Weg gefunden zu haben. Vielen Dank an dieser Stelle an die Organisatoren Jan Felix, Bodo & Tim!

Zusätzlich zu den Ergebnissen als PDF (O-Manager) könnt ihr die Bahnen in Livelox finden : Wintertraining Haake.

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